Eine Replik auf die Interpretation der Konzernmedien

Von Florian Hauschild (Bild cc: Deutsches Bundesarchiv)
Seit wir am 15. Oktober 2011 auch in Deutschland den Sprung auf die Straße geschafft haben, überschlagen sich die Konzernmedien mit Interpretationen über „die Bewegung“. Schnell wurde uns nun das Label „Occupy“ angeheftet. Dabei wird allerdings gut und gerne ignoriert, dass „wir“ eben nicht einfach mal so als US-Kopie aus dem Nichts entstanden sind.
Die Revolution der Vernetzung und des dezentralen Informationsaustausches findet schon viel länger statt und spätestens seit Mai 2011, inspiriert vom spanischen 15-M, wuchs auch in Deutschland der Wunsch und das Bedürfnis heran, systemkritische Präsenz auf den Straßen und Plätzen zu zeigen.
Neben dieser verkürzten Einordnung und Etikettierung überschlagen sich einige Lohnschreiber, die meist gar nicht wissen über was sie sich da eigentlich äußern, mit kruden Unterstellungen, Unterwanderungsparanoia und Abgrenzungs- und Spaltungsforderungen. Besonders die Redakteure der taz, fallen hierbei in den letzten Tagen sehr negativ auf.
Auf facebook lässt sich nachlesen wie einer dieser Artikel „recherchiert“ wurde: Screenshot
Auch die vielen hoffnungsgeschwängerten und positiven Berichte der Konzernmedien ignorieren meist den zentralen Punkt unserer Sache: Wir sind keine Bewegung im herkömmlichen Sinne! Wir sind einfach nur dezentral vernetzte Einzelpersonen, die sich zu der Frage äußern wie wir als Gesellschaft zusammenleben wollen, welche Spielregeln diesem Zusammenleben zugrunde liegen sollten und wie wir diese Regeln dann umsetzen können.
Anstatt nun darüber zu berichten, wie und dass Menschen unser Gesellschaftssystem kommunikativ thematisieren, sollten die Lohnschreiber in den Konzernmedien lieber mal wieder richtige Journalisten werden und sich an dieser Frage beteiligen! Hört auf eine Bewegung zu konstruieren und zu stilisieren, die es so überhaupt nicht gibt und beteiligt euch an den viel wichtigeren Debatten!
It´s the Systemfrage, stupid!
Neues aus dem Schwarm from Retsina Film on Vimeo. Text by Matthias Merkle, Transkript s. unten in den Kommentaren.
Zum Thema:
- 15. Oktober, Call for Action – Oder: Was ist “die Bewegegung”?














