Matrix Multiplication…

Wenn gilt: Wissen ist Macht – teilen wir diese Macht!

Ein Gastkommentar von “Akareyon”

Das schlimmste, was den Weltenlenkern passieren kann, ist, dass wir unsere Forderungen nicht mehr an sie richten. Nicht sie sind die Adressaten einer Forderung nach einer besseren Welt, denn sie werden die Völker wieder abspeisen mit leeren Versprechungen und vergifteten Geschenken. Adressat sind unsere Nachbarn, Kollegen, Freunde und Verwandten, diejenigen, die in der Bewegung noch ein buntes Gewusel aus Neo-Hippies, Bombenlegern, ewigen Studenten und Verschwörungsspinnern sehen.

Energetisch betrachtet hat sich eine riesige Kraft aufgestaut, die entweder mit weltenvernichtender Wut sich in alle erdenklichen Richtungen entladen kann oder, in Liebe konvertiert, kontrolliert freigesetzt werden kann. Wenn gilt: Wissen ist Macht – teilen wir diese Macht! Nicht, um zu überzeugen, sondern dabei zu assistieren, sich selbst zu überzeugen. Denn nur dann kann dieser Impuls an den übernächsten Dominostein übertragen werden und verstärken. Die Expertengläubigkeit ist bei so vielen noch so tief verankert, dass sie im Leben nicht auf die Idee kämen, sich auch nur annähernd gegen die Priesterkaste ihrer Generation zu stellen. Sind doch todschick, des Kaisers neue Kleider!?!

Nein, er steht mit runtergelassenen Hosen da, wenn er erklärt, das sei alles zu komplex für uns. Ist es nicht, im Gegenteil. Die Auswüchse der neoliberalen Dogmen sind keine unvermeidbaren Reibungsverluste eines Systems, das relativistische Größenordnungen erreicht hat, sondern gezielte und geplante Verschleierung und Manipulation der Bilanzen zum Zwecke der Machtakkumulation und es gibt keinen Grund, warum für einen Too-Big-To-Fail-Konzern andere Regeln gelten sollten als für jeden einzelnen Bewohner dieses Planeten. Weder muß man Urologie studiert haben noch Braumeister sein, um die Beobachtung äußern zu können, dass einem da einer ins Bier pieseln will.

Ein Wort der Warnung dazu: für viele bricht eine Welt zusammen, wenn man ihnen den überfahrenen Kadaver vom Osterhasen und den Skalp des Weihnachtsmanns unter die Nase hält. Nehmt das bitte nicht auf die leichte Schulter, fangt diese Leute auf, unterstützt und begleitet den Trauerprozess und zeigt ihnen, dass sie nicht allein sind mit dem Gefühl, Zeit ihres Lebens vergackeiert worden zu sein. Don’t push it. Leugnung ist die erste Phase des Verarbeitungsprozesses. Niemand gesteht sich selbst gern ein, auf einen billigen Bühnenzaubertrick reingefallen zu sein.

Weitet die Liebe auf Soldaten, Polizisten und Funktionäre aus, nicht in ihrer Funktion als Söldner und Handlanger des Systems, sondern als Menschen. Sie sind es, die in letzter Sekunde entscheiden werden, ob sie einen Befehl ausführen oder nicht. Sie tun, was sie tun, weil sie glauben, es gäbe keine Alternativen. Viele von uns mögen es selbst noch nicht fassen, doch ja, es gibt sie. Leben wir die Alternative vor wie bisher. Das Angebot einer globalisierten Nicht-Regierung und die Organisation unserer Wirtschaftskreisläufe aufgrund konsensbasierter Entscheidungsfindungen ohne Unterdrückung muß sehr viel attraktiver sein, als sich goldene Sklavenketten um den Hals zu legen. Macht klar, dass die Versorgung mit Energie, Wasser und Lebensmitteln nicht abbrechen wird, nur, weil die Verteilung nicht mehr zentralisiert, kontrolliert und manipuliert wird.

Was auch nicht vergessen werden darf: auch viele alte Menschen sind unzufrieden. Sie sind Teil dieser Bewegung und können mit wertvollem Wissen und Erfahrung dienen, Wissen, das unsere Generation eingetauscht hat gegen die Fähigkeit, einen Browser zu bedienen, aber in einer Welt ohne Supermärkte von unschätzbarem Wert sein wird.

„Die da oben“ haben Angst. Sie verstecken sich hinter Panzern und Atomwaffen. Denn sie wissen, dass ihre Zeit, die Zeit der Angst, bald vorbei ist, und ich wette, einen Trumpf haben sie noch, und den werden sie im Moment ihrer größten Panik ausspielen. Nicht die Nerven verlieren, nicht überraschen lassen. Das wird der Punkt sein, um den Archimedes gebeten hat, um die Welt bewegen zu können. Und unser Hebel ist 99x so lang. Alles wird gut.

Zum Thema:

- Der Weg zur Empörung – Wissen aneignen

- Der steinige Weg zur direkten Demokratie


creativ commons


Warum spenden?: Selbstverständnis eines Bloggers – Journalismus im schwarmintelligenten Wandel

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10 Responses to “Matrix Multiplication…”

  1. Inzwischen wacht auch unsere Jugend auf. Hatte ich noch vor Wochen meine Kinder gefragt, ob die Occupy Bewegung Thema auf dem Schulhof ist, so gab es eine “Was ist das?” zur Antwort. Inzwischen ist das Aufwachen auch dort angekommen. Die Ideen werden diskutiert, denn auch die jungen Menschen kommen schon kaum noch ohne Beruhigungsmitteln über die nächsten Klausuren, so stark empfinden sie den Druck. Und sie beobachten auch, wie ihre Lehrer immer müder und lustloser wirken.
    Sie bemerken, wie in anderen Ländern, wo es nicht wie in Deutschland ein Demonstrationsrecht gibt, Menschen ihr Leben riskieren, damit das zukünftige besser werden mag. Nun beginnt auch die Jugend die notwendigen Fragen zu stellen. Und das ist gut so!

    • @Dr. Martin Bartonitz. ” Inzwischen wacht auch unsere Jugend auf”. Diesen Satz verstehe ich nicht. Ist denn nicht gerade die Jugend und die jungen Erwachsenen der Teil der Bevölkerung der zum grössten Maße aufgeklärt ist. Wir haben doch keinen so grossen Wissensnotstand unter den Jugendlichen! Das Problem sind doch viel mehr die Mitvierziger die wichtige Funktionen ausfüllen und sich zum Bildungsbürgertum zählen und zu vielen Dingen eine aus den Massenmedien kopierte Meinung haben um sich mit Dieser dann thematisch überlegen zu fühlen. Das ist unsere Zielgruppe in meinen Augen.

  2. Die bestehenden Herrschaftsverhältnisse funktionieren nur solange wie wir diese als legitim und alternativlos betrachten. Solange wir das Spiel mitspielen, die (Spiel-)Regeln internalisieren – … solange wir funktionieren.

    Es braucht mehr zivilen Ungehorsam. Ich will nicht kleinreden, was auf Plakaten und Spruchbändern vor sich her getragen wird. Aber Bankenkritik und Zinskritik beispielsweise, muss auch in der Konsequenz münden, sein Sparkonto aufzulösen.
    Will man Banken zerschlagen, so muss dies auf breiter Ebene praktiziert werden.

    Wir prangern den Raubbau an der Natur an, da sie systemimmanent ist?
    Melden wir unsere Autos ab und benutzten öffentliche Verkehrsmittel!

    Es gibt unzählige Beispiele dafür, Parolen, die auf Plakaten stehen auch umzusetzen, zu leben!

    Erst dann tragen wir dieses System, welches wir überwinden wollen nicht mehr mit!

    Überzeugen und Menschen mitnehmen können wir nur, in dem wir unsere Überzeugungen LEBEN, statt sie auf einem Plakat vor uns her zu tragen!

    Worte sind die Schatten der Taten.

    Ich möchte die Ocuppy-Bewegung nicht kleinreden. Aber es wird Zeit den Protest zu leben anstatt in nur zu äußern. Solange wir funktionieren, funktioniert auch das System, das wir überwinden wollen!

    • Genau das ist das Problem in unserer Gesellschaft. Nicht das System oder irgendwelche Firmen. Sondern der Egoismus des einzelnen. In einer Utopie würde es so etwas nicht geben. Klar ich selbst möchte auch nicht unbedingt auf etwas von meinem derzeitigen Lebensstandart verzichten. Jedoch denke ich, dass ich so ehrlich bin und das Problem nicht auf irgendwelche “Staatenlenker” porträtiere.

    • Du sprichst mir aus der Seele!
      Ich beobachte grade in meinem Umfeld täglich diese sauertöpfischen, relativ gut betuchten und organisierten Nachbarn (Mehrgenerationen-Heilhaus, blabla…), die überhaupt nicht so leben wie sie reden, drei Mal so viel Müll verursachen wie ich, an allem herum mäkeln, alle(!) in meinem Haus wohnen – aber jeder fährt SEIN Auto! – obwohl sie ja angeblich alle eine grosse “Heilhaus-Gemeinschaft” und Freunde sind, weshalb auch alle wie geklont aussehen!
      Und das ist fast überall so!
      Was nützt das ganze Gelaber, wenn es nicht ehrlich gelebt wird?!
      Den riesigen Inneren Schweinehund zu überwinden und diesen Rucksack aus Neid und Gier und Missgunst abzulegen, dazu ist ja nur ein kleiner Teil der Menschheit hier bei uns bereit!
      Was wir haben, wollen wir behalten und gerne noch viel mehr dazu bekommen!
      Wir hier in D und in Europa, wir leben so luxuriös, selbst unsere Armen noch!
      Und diese Neid/Gier/Lebensstandard-Luxus-Denke abzulegen… das fällt den meisten Menschen unerträglich schwer, weil sie selbst ihr Leben ja gar nicht
      so wahrnehmen!
      Weil sie ja immer NOCH MEHR haben wollen und zu BRAUCHEN denken!
      Deshalb….. bin voll auf Deiner Seite!
      Das wird ein harter Kampf! :-) <3

  3. Ein sehr guter Beitrag, – insbesondere der Punkt, dass die Forderungen nicht mehr an die Wletenlenker gerichtet werden. Viel zu oft mussten wir schließlich erfahren, was das bringt: Die Menschen werden, sofern überhaupt auf ihre Forderungen eingegangen wird, mit minimalen kosmetischen Verschönerungen am System abgespeist (-welche niemals wirklich etwas am System ändern), stets verbunden mit der Aufforderung, nun aber auch zufrieden zu sein und zumindest für ein paar Jahre die Klappe zu halten.

    “Weitet die Liebe auf Soldaten, Polizisten und Funktionäre aus, nicht in ihrer Funktion als Söldner und Handlanger des Systems, sondern als Menschen.” – Das erscheint mir im Moment ziemlich unmöglich, was in Anbetracht der gegenwärtigen Gewaltexzesse von Seiten der Polizei weltweit wohl vielen so geht. Wenn ich da an den offenkundigen, widerwärtigen Sadismus dieses” Pepper Spray Cop” denke oder an die Giftgaseinsätze in Ägypten – da ist meine Liebesfähigkeit gegenüber diesen Leuten, die “ja nur ihren Job” machen doch sehr eingeschränkt, auch wenn ich weiß, dass es auch Polizisten und Soldaten gibt, die ihre Rolle im System reflektieren und eher ungehorsam wären, statt blind auf Befehl andere zu masakrieren.

    Die Lage derzeit ist schon sehr vergiftet – ein klarer Konfrontationskurs von Seiten der Mächtigen weltweit ist zu beobachten. Ich denke auch, es wird viele Opfer kosten. In Ägypten sind die zahlreichen Todesopfer durch Staatsgewalt bei Demonstrationen kaum noch eine Meldung wert, in den USA werden die Menschen auf vielfältige Weise eingeschüchtert und am Ausüben ihrer demokratischen Rechte gehindert.

    Am vergangenen Freitag wurde auf Democracy Now eine Paneldiskussion mit Michael Moore und Naomi Klein gesendet. Ich empfehle jedem, sich die mal im Netz anzuschauen. Vor allem Naomi Klein gab sehr praktische Empfehlungen und zeigte auf, dass gerade in den USA ja schon viel mehr realisiert wird als bei uns in Deutschland: beispielsweise ist dort die Urban Gardening-Kultur bereits viel stärker verbreitet, Menschen organisieren Nahrungsmittelkooperativen, um von den vergifteten Produkten der Nahrungsmittelindustrie unabhängig zu werden. Es gibt auch Solarenergie-Initiativen, die natürlich allerlei Steine in den Weg gelegt bekommen, aber immerhin – die Menschen wachen auf und tun etwas für ein besseres Leben. Das ist meiner Ansicht nach auch der beste Weg: neue Strukturen schaffen, statt sich (nur) auf den konfrontativen Kampf gegen die Mächtigen zu konzentrieren.

    Wenn alllerdings die Menschen sich wirklich in großem Stil unabhängiger machen, werden sich unsere westlichen Demokratien sicher einiges an Gegenmaßnahmen einfallen lassen. Es erscheint mir nicht unwahrscheinlich, dass dann etwa einfach kurzerhand jegliche Form von Selbstversorgung verboten wird – oder auch eine Regelung eingeführt wird, die jeden Staatsbürger verpflichtet, mindestens 50 Prozent seiner monatlichen Einkünfte dem Konsum zu widmen. Das System wird sich schon noch einiges einfallen lassen, um sich selbst so lange wie mögllich über am Laufen zu halten.
    Hoffen wir, dass wir, die 99%, den längeren Atem haben werden.

  4. Wow, das scheint mir reflektiert, danke. Hier möchte ich einen kleinen Samen setzen.
    Hab mich vor Jahren in eine kleine Hütte zurück gezogen um der kollektiven Geisteskrankheit zu entkommen und nach Alternativen zu suchen. Wir hören es jetzt immer öfter “Wir haben es in der Hand, wir sind die 99%” Schwarmintelligenz und Selbstorganisation, Echte Demokratie… aber wie?
    Habe mal einen Rahmen gebastelt, der es uns ermöglichen könnte, solch eine kollektive Intelligenz greifbar zu machen. Da ich mit der Idee (glücklicherweise) nicht alleine bin, hat das Riseup Lab für den Grundstock gesorgt. Eine OpenSource-SocialNetwork Software, mit unvorstellbarem Potential, sie entwickelt sich mit der Benutzung :)

    Das Thema ist, uns erstmal über die Ziele einig zu werden. Um was es geht is klar, Mutter Erde.
    Sobald eine Masse sich über etwas einig ist, kann sie niemand mehr halten.
    Lösungen sammeln und kollektiv werten, so entsteht eine Struktur, die dann, Schritt für Schritt “abgelaufen” werden kann, so funktioniert das in größeren Firmen. (von oben nach unten denken, von unten nach oben laufen)
    Sicher, die Hürde ist unsere Grundversorgung und die Komfortzone, die evtl. erstmal verlassen werden muß. Kaum ein Einzelner möchte diesen Schritt gehen, sich völlig ins Abseits zu setzen, aber es gibt auch schon Alternativen. (für KV, RV, Konto…)

    Ich halte es für eine realistischen Ansatz, auch wenn die Umsetzung möglicherweise erst stattfindet wenn es für das Kollektiv dringlich genug ist und wir uns die Zeit für UNS nehmen.

    Wenn genügend erfahrene Gärtner, den Boden bereiten und den Samen pflegen, kann es bald schon der Baum des Lebens werden, der uns alle trägt und mit Nahrung versorgt. Wir sind dieser Baum, laßt uns miteinander v-erwachsen.

    Das ganze geht (gut ausgearbeitet) auch Systemkonform, denn dieses System besteht aus Menschen und die meisten erkennen die Wahrheit, sehen nur noch keine Alternative ;)
    Der Schmetterling, entwickelt sich aus den Zellen der verfressen Raupe, es ist eine Transformation.
    Wir sind die Transformer ;)

    Wie auch immer…

    https://we.riseup.net/ii-ego

    wünsche weiterhin Ein-Sicht und Verständniss
    Gruß Michael

  5. Durch Bewusstwerdung wird sich all das auflösen…. Ja, alles wird gut… Danke Akareyon

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