Die Ökonomie des Krieges

Zerstörung als Geschäft

Von Florian Hauschild

Seit einiger Zeit rasseln die Säbel wieder besonders laut. Im Oktober bezichtigten Vertreter der US- Regierung den Iran eines angeblichen Mordkomplotts auf den saudischen Botschafter in Washington. In einer beeindruckenden Geschwindigkeit liefert spiegel online in diesen Tagen Details und Hintergründe des vermeintlichen Komplotts.

Vier umfassende Artikel – einige gleichen einer Mischung aus Groschenroman und B-Movie-Drehbuch – Fotoserie, Videos. Ein regelrechtes Feuerwerk wird gezündet. Jedoch: Die Geschichte glaubt kaum Jemand, wird nicht wie wahrscheinlich beabsichtig rezipiert und verschwindet im Nachrichten-Nirvana –  der Skandal bleibt aus.

Kurze Zeit später rücken Angriffspläne Israels auf iranische Atomanlagen ins Zentrum der Aufmerksamkeit internationaler Beobachter.  Ende Dezember verkündet ein US-Bundesgericht, der Iran trage eine Mitschuld an 9/11. Viele eindeutige Nadelstiche – die iranische Seite reagiert kaum intelligenter: Anstatt die Provokationen zu ignorieren und versanden zu lassen, spielt Teheran das Spiel mit. Droht mit der Blockade wichtiger Handelsrouten für den Fall wirtschaftlicher Sanktionen und kündigt Raketentests an. Was die Mullahs bei diesen Machtspielchen zu vergessen scheinen: Die US-Wirtschaft hat ein genuines Interesse am Krieg, einem Krieg, aus dem Iran nur als Verlierer hervorgehen kann, einem Krieg, bei dem sich vermutlich auch Russland und China einmischen werden, und letztlich ein Krieg, der, wenn er nicht vollends eskaliert, das gescheiterte neoliberale System weiter stützen würde.

Um den letzten Punkt zu verstehen, ist es sinnvoll einen kleinen Blick hinter die Ökonomie des Krieges und die Logik der Kriegsfinanzierung zu werfen.

Finanzierung von Krieg

Oft wird die Mär verbreitet, die US-Regierung verfüge überhaupt nicht über ausreichend Geld, um einen Krieg zu führen. Zuletzt wurden Unwahrheiten dieser Art von spiegel online verbreitet. Auffällig in solch verklärenden Analysen ist stets, dass nicht oder nicht ausreichend zwischen Staatshaushalt, Realwirtschaftskreislauf und Geldsystem unterschieden wird. Es heißt meist schlicht „die USA“.

Zunächst gilt erst einmal: Geld muss für einen Krieg mitnichten als Haushaltsposten vorhanden oder als Budget angespart sein, Geld für Krieg wird für den Krieg erst geschöpft oder von so genannten „Investoren“ dem Staatshaushalt zur Verfügung gestellt. Das Militärbudget wird im Kriegsfall spontan erhöht. Durch den Druck, der, vermittelt über das Mediennetz, auf alle beteiligten Akteure ausgeübt wird, werden entsprechende Gesetzesvorlagen durch den Kongress gewunken.

Die Logistik dieser Kreditlinien übernimmt das Banken- und Finanzsystem („Die Märkte“). Der Staatshaushalt generiert für den Waffengang also eine zusätzliche Nachfrage an Kriegsgerät und gibt dafür Anleihen aus, sprich erzeugt diese (=Staatsverschuldung steigt). Trotz aller Kapriolen der vergangenen Jahre gelten Staatsanleihen immer noch als relativ sichere Anlage die stets Käufer finden, denn die Weigerung der Bürger den Schuldendienst zu leisten kann mit zahlreichen Mitteln der Repression und staatlichen Gewalt gebrochen werden.

Da sich im verzinsten Schuldgeldsystem Kaufkraft, also Geld, im Zeitverlauf immer stärker konzentriert, suchen Besitzer und Investoren dieser Gelder stetig nach Anlagemöglichkeiten. Nicht immer nur aus persönlicher Gier, sondern auch weil das ständige Re-Investieren nötig ist, um die globalen Geldkreisläufe aufrecht zu erhalten und vor dem Kollabieren zu bewahren.

Geld fließt im System so wie das Blut in einem Organismus, allerdings nimmt die Geldmenge stetig zu – und zwar exponentiell. Immer extremere Investitionen sind somit von Nöten. Auch die Spekulation mit Nahrungsmitteln ist eine indirekte Auswirkung dieser systemischen Fehler. Hinzu kommt: Banken schöpfen durch finanzsysteminterne Kreditvergaben selbst neues Geld und tauschen dieses dann gegen die neuen Staatsanleihen ein. Der Staatshaushalt hat fortan ausreichend Kaufkraft zur Verfügung um einen Krieg zu führen, gleichzeitig gerät dieser aber auch immer weiter in die Verschuldung und Abhängigkeit der Finanzinvestoren und Banken.  Für all dies gibt es aber keine absoluten Grenzen. Staatliche Strukturen, wie etwa soziale Absicherung, Bildungssystem, Gesundheitswesen werden schlicht immer dünner während die autoritären Maßnahmen des Staatsapparates immer weiter zunehmen. Der Weg in die Diktatur wird schleichend begangen.

Kommt es zum Krieg, fließt das frische Geld des Staatshaushalts zu großen Teilen an die Rüstungsindustrie, aber auch an Soldaten, Zulieferer, die Stahlindustrie, in laufende Posten und so durch alle Verästelungen des Realwirtschaftskreislaufes. Für die US-Wirtschaft selbst ist ein Krieg gegen ein anderes Land somit auch ein gigantisches Konjunkturprogramm.

Krieg als Konjunkturprogramm

Der US-amerikanische Militärhaushalt liegt für 2012 bei  rund 1,4 Billionen Dollar. Bereits 2003 fielen 55% des BIP-Wachstums der USA auf den Bereich der Rüstung, was die herausragende Stellung der Kriegsindustrie in der US-amerikanischen Wirtschaft belegt.

Auch deutsche Rüstungskonzerne spielen bei diesem Geschäft eine große Rolle wie Jacob Jung hier trefflich analysiert. Nach einem Krieg profitieren zudem Infrastruktur-Konzerne vom Wiederaufbau, auch fließen wieder Kredite, sprich wird neues Geld geschöpft. Wie schon immer gilt: Der Krieg ernährt sich selbst. Im „Experten“-Jargon wird diese grenzenlose Idiotie auch gerne als „Wachstum“ bezeichnet.

Ein Krieg stützt im bestehenden System also die heimische Wirtschaft und sichert durch neue Kreditlinien und somit durch ein weiteres Aufblähen der Geldmengen, dass das globale Finanz- und Wirtschaftssystem mit dem Charakter eines Schneeballsystems weiterhin nicht kollabiert, während der Polizei- und Überwachungsstaat weiter ausgebaut werden kann, um so Aufstände zu unterdrücken, welche meist Folge immer weiter zunehmender, systemischer Ungerechtigkeiten sind.

Unabhängig von politischen Differenzen, und unabhängig von den von Konzernmedien geschürten Vorurteilen, Konflikten und Bedrohungsszenarien gilt es zu erkennen, dass die Logik des Krieges im Kern des bestehenden Wirtschafts- und Geldsystems verankert ist und umgekehrt. Für eine Welt ohne Kriege bedarf es eines neuen Gesellschaftssystems, welches neue Geldsysteme, Wirtschaftssysteme, Bildungssysteme, politische Systeme und Mediensysteme beinhalten muss.

Das bestehende Konkurrenzsystem ist Krieg und provoziert eine ständige Eskalation der systemimmanenten Konflikte.

So gab Henry Ford, neben seinem weit berühmteren Zitat zum Zusammenhang vom Geldsystemverständnis und Revolutionen auch zu Protokoll:

„Niemand kann leugnen, dass Kriege ein gutes Geschäft für Diejenigen bedeuten, die diese Art von Geld lieben. Kriege sind eine Orgie von Geld nicht minder als eine Orgie von Blut.” – Henry Ford

Zum Thema:

- Vielleicht ist der Krieg gegen den Iran bereits beschlossene Sache

- “Occupy”-Erklärung gegen Krieg

- Sammlung von weiterführenden Artikeln zum Geldsystem

creativ commons


Warum spenden?: Selbstverständnis eines Bloggers – Journalismus im schwarmintelligenten Wandel

34 Responses to “Die Ökonomie des Krieges”

  1. “[...] der, wenn er nicht vollends eskaliert, das gescheiterte neoliberale System weiter stützen würde.”

    Wie kommst Du auf diese These ?

    Gibt es da irgendwelche geschichtlichen Festpunkte, an denen Du das festmachen würdest ?

    So sehr ich das Anliegen verstehe, aber möglicherweise ist da mehr der Wunsch Vater des Gedankens.

  2. Mein Kommentar vom Januar 10, 2012 um 4:19 pm

    Bitte löschen, ich habe mich da verlesen !

    Tut mir leid !

  3. Sehr aufschlussreicher Artikel! Was mir dazu noch einfällt ist die gleichzeitige Privatisierung militärischer Dienstleistungen, so dass in einem Krieg mit Iran auch ein niemals in diesem Umfang gesehener Einsatz von Söldnerfirmen erfolgen würde. Dass gerade Kriegstreiber und -verbrecher Dick Cheney die Weichen dazu gestellt hat, wird niemanden verwundern: http://civitaslibertatis.wordpress.com/2010/06/07/usa-die-privatisierung-des-krieges/

  4. Solche Artikel debattiere ich lieber direkt, d.h. mensch sitzt sich gegenüber, hat den Text vorliegen und geht ihn gemeinsam kritisch durch. Z.B. bereits die Überschrift: “Zerstörung als Geschäft”. Das stimmt nur halb, denn den das Geschäft wird ja ausgebaut, d.h. die Zerstörung und Vernichtung findet wo anders statt. Auf der einen Seite Anballung von Reichtum – auf der anderen Seite Zerstörung. Man kann und muss dies im Zeitalter der globalen Produktion halt auf der Ebene der globalen Gesamtökonomie des Kapitals betrachten, aber eben dann dürfte sich der Artikel nicht nur auf den miitärindustriellen Komplex und die Nationalökonomie der USA stützen, sondern müsste Krieg auch immer als Balgerei der imperialistischen Konkurrenten (1) um Einfluss, Märkte, Rohstoffe und Welthegemonie sehen. Und Krieg ist auch Raub, sowie anschließende Erpressung in Bezug auf Anteile z.B. am Ölgeschäft. Aber auch die seltenen Mineralien für die Microelektronikindustrie sind Bestandtteil von Krieg und Massenmord. Kriege dienen auch dazu, die Arbeitenden gefügig zu halten und noch mehr Mehrwert aus ihnen herauszupressen. Kriege folgen folgenem Verlauf: Konjunktur – Akkumuationskrise (Stagnation) – Handelskrieg – militärischer Krieg – Wiederaufbau. Die Ökonomie der Zerstörung liegt im kapitalistischen Konkurrenzprinzip, in dem auch im sogenannten Frieden Bankrotte statt finden.
    Mein Imperialismus-Begriff basiert nicht auf Kautsky und Lenin, sondern auf F. Sternberg und Rosa Luxemburg.
    Blamabel ist in diesem Artikel die biologische Methapher Geld=Blut sowie insbesondere folgendes: (…) Für eine Welt ohne Kriege bedarf es eines neuen Gesellschaftssystems, welches neue Geldsysteme, Wirtschaftssysteme, Bildungssysteme, politische Systeme und Mediensysteme beinhalten muss. (…) Darin ist der Gedanke der Emanzipation vom Bestehenden sowie das Bestreben hin zum Universalismus bzw. die Theorie, dass die Erde ein zusammengehörender Planet ist und dass die Menschheit EINE Gattung ist. Die hier in die diesem Artikel vorliegende Methodik impliziert die Barbarei, da sie auf einem unwissenschaftichen Pluralismus beruht. In der Taylor-Habermas-Kontroverse stand ich auf der Seite von Habermas, d.h. dem Festhalten am Universalismus.
    Das Leid der Menschen und die vielen Toten der gegenwärtigen Epoche gehen ideologisch mit “auf das Konto” derer, die sich davon abgewandt haben. Damit aber bastelt und eklektiziert der Autor dieses Artikels an der “Ökonomie der Zerstörung” mit, denn er hält ja an dem Begriff von Ökonomie und Geld (ohne das Wesen davon durchdrungen und begriffen zu haben fest) und besorgt dieser Zivilisation als Pluralist viele kleine Schlagetots, die aber durchaus die gleiche Zerstörung anrichten können, wie wenige größere Schlagetots. Ich habe nicht nur aus der “Dialektik der Aufklärung” von Adorno/Horkheimer, sondern auch von Gerda Lerner und ihrem Buch “das Patriarchat” nicht nur die Aufhebung/Überwindung der Ökonomie und des Wertes (denn dies beinhaltet stets die “Vernichtung unwerten Lebens”), sondern auch der patriarchalen Zivilisation abgeleitet. Bereits der Philosoph G.W. Hegel hat für mich nachgewiesen, dass Meinung (=unmittelbare Wahrnehmung) Selbstbetrug ist. Die Methodik dieses Blogbeitrages fällt noch hinter G.W.F. Hegel zurück und ist eine Beleidigung für die Vernunft.

    • @alinka obwohl ich ahne das da auch was wahres in der kritik steckt-kannst du vielleicht etwas allgemeinverständlicher formulieren-ohne eingebaute querverweise und fußnoten? vielleicht erklärst du auch mal deine sicht von ökonomie und geld .-oder geht das nicht ohne die (eklektizische)zuhilfenahme großer namen? und ich meine jetzt keine deutung bestehender verhältnisse.sondern wo es hin gehen sollte.übrigens trägt so ne aussage ,wie hier formuliert ,für mich den deutlichen beigeschmack von elitärer denkerkonkurrenz.und konkurrenzdenken wollen wir doch nicht,oder?

  5. Die wiederholten Zitaten von Henry Ford in dieser Webseite empfinde ich als verstörend. Ich hoffe, dass es nicht nur bei mir so ist.

    Da der Autor -soweit ich weiss- nicht an der Freien Universität Berlin studiert hat, und sich, wie es scheint, vielleicht nicht mit derer Entstehungsgeschichte auseinandergesetzt hat, kann man es ihm wohl vergeben. Er sollte aber nicht der Eindruck bei den Lesern entstehen lassen, dass er sich aus ähnlichen Gründen wie Henry Fords gegen den Krieg positioniert. (Herny Ford war ein verfechter des Isolationismus in den USA.)

    Hiermit:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Henry_Ford#Henry_Ford_und_der_Nationalsozialismus

    http://www.fu-berlin.de/sites/hfb/geschichte/index.html

    http://de.wikipedia.org/wiki/America_First_Committee

    • es geht hier um die aussage des satzes und nicht um henry ford als person…auch wird dieser nicht “wiederholt” zitiert sondern meines wissens nach erstmalig in einem artikel. wenn du das “verstörend” findest, solltest du dir – und das ist kein angriff sondern ein ratschlag – mal ernsthaft gedanken über den grad von schubladendenken bei deinen gedankengängen machen…

      man muss auch mal sätze zitieren können ohne gleich zwanghaft einen gesamten gedankenkosmos um den absender des zitats zu bauen..nochmal: es geht um den INHALT des satzes….manchmal ist es wirklich sinnvoller eine umdrehung einfacher zu denken und dafür dann – wenigstens ab und zu mal – auf wensentliche problemstellungen einzugehen und sich nicht nur auf grabenkämpfe und scheingefechte zu spezialisieren, nicola ;-)

      gilt übrigens auch für dich alinka…in deinem schönen pamphlet, das recht interessant beginnt und dann leider in – da ich dich kenne muss ich dir das unterstellen – willentliche umdeutungen und fehlinterpretationen des geschriebenen abtriftet – vergisst du leider mal einfach auf die grundaussage des textes einzugehen:

      krieg ist ein geschäft und dass es ein so gutes geschäft ist liegt in erster linie an der architektur des geld- und wirtschaftssystems sowie manipulativer begrifflichkeiten wie “wachstum”.

  6. Mit der Wiederholung meinte ich die Verlinkung auf die zitate-online.de-Seite:

    http://www.zitate-online.de/literaturzitate/allgemein/19832/wuerden-die-menschen-das-geldsystem-verstehen.html

    Wenn man ein Zitat mit einem Namen wiedergibt, haftet man auch zum Tiel für das Gedankengut der Person und des Lebenwerks des Zitierten. So würde ich mir zweimal überlegen, bevor ich auf meiner Webseite ein Zitat von Goebels schreibe -darüber besteht, wie ich glaube, Konsens.

    Es geht nicht nur darum, ob der Krieg ein dreckiges Geschäft ist oder nicht, sondern auch darum, ob der Krieg auch gegen Unterdrückung und Unrecht geführt werden darf, wenn keine andere Möglichkeit zur Verfügung steht. (Dass der Krieg nichts Schönes ist, wissen wir alle.) Ich würde es zum Beispiel niemandem verbieten, Krieg zu führen, wenn die Diplomatie gescheitert ist, und wenn damit Schlimmeres vermieden werden kann -sei es gegen Nazi-Deutschland oder gegen das eigene diktatorische und menschenrechtensverletzende Regime im Lande.

    Der Krieg ist nicht so sehr eine Ursache von Misständen, wie eine Folgerung anderer Missstände, und ein Beweiss des bekannten Satzes “lupus est homo homini” (der Mensch ist ein Wolf für den Menschen). Ein Krieg besteht gewiss nicht aus Heldentaten, ist jedoch nicht einfach ein Geschäft.

    Ich kann dazu ein Lied aus dem spanischen Bürgerkrieg zitieren, jener Krieg, an dem auch das Thälmann-Bataillon als Teil der XI. Internationalen Brigade teilgenommen hat:

    ^^
    Wenn das Eisen mich mäht,
    Wenn mein Atem vergeht,
    Sollt stumm unterm Rasen mich breiten.

    Laßt das Wortgespiel,
    ‘s war kein Held, der da fiel,
    War ein Opfer vergangener Zeiten.
    ‘s war einer, der nie nach Völkermord schrie,
    War ein Bürger kommender Zeiten.
    ^^

  7. Übrigens ist Schubladendenken kein schlechter Charakterzug bestimmter Leute -wie Du es zu verstehen gibst.

    Es ist vielmehr ein Phänomen, das allen Menschen eigen ist, und bei allen ähnlich eingeprägt ist. Dabei ist es irrelevant, ob wir uns bewusst sind oder nicht, und ob wir es zugeben wollen. (Denk daran wie Du auf einer Party gegenüber völlig Unbekannten agierst, auf wen eher Du zugehst, und welche Erwartungen das Aussehen und Auftreten anderer bei Dir wecken.) Unter einem anderen Namen, ist dieses Phänomen auch ein beliebtes Untersuchungsthema der Sozialpsychologen.

    • “Wenn man ein Zitat mit einem Namen wiedergibt, haftet man auch zum Tiel für das Gedankengut der Person und des Lebenwerks des Zitierten.”…dem stimme ich nicht zu, lehne soetwas sogar entschieden ab

      …und beim schubladendenken ists nun mal so wie mit allem im leben: man kanns auch übertreiben und dann ist es meist auch nicht mehr sehr sinnvolll, wenngleich es in geringen dosen natürlich durchaus “normal” sein kann….

      ansonsten gibts noch ein paar interessante kommentare unter der zweitveröffentlichung dieses textes beim freitag: http://www.freitag.de/community/blogs/the-babyshambler/die-oekonomie-des-krieges—zerstoerung-als-geschaeft#comments

      zu der ewigen ww2-keule hab ich hier schon mal was gesagt…: http://the-babyshambler.com/2012/01/02/15j-global-change-eine-mogliche-welt-ist-anders/#more-966

      ich kopiers schnell rüber:

      “„gegen die intervention der alliierten gegen hitler gewesen wäret“ das ist doch die standardtotschlagargument-keule bei derlei debatten….

      man sollte aber mal weiter denken…das eingreifen gegen das naziregime war nötig aufgrund des vorangegangenen aufstiegs der nazis..und genau dieser wäre doch ohne die kriegslogik erst gar nicht möglich gewesen. das gesamte wirtschafts“wachstum“ und die folgebereitschaft der bevölkerung fußte neben propaganda vor allem auf der kriegsökonomie und einmal in dieser spirale gefangen gibt es kein richtig oder falsch mehr sondern nur noch falsch…in kürze erscheint hier wie gesagt ein artikel über die ökonomie des krieges, der die problematik in einem breiteren rahmen betrachtet als sich nur der aufzählung von beispielen zu bedienen…”

      • In dem obengenannten Artikel

        http://the-babyshambler.com/2012/01/02/15j-global-change-eine-mogliche-welt-ist-anders/#more-966

        finde ich keine weitere Erläuterung Deines Arguments.

        Ich finde auch nicht, dass Du bisher es widerlegt hättest, dass es doch Kriege gibt, die zu einem Zeitpunkt notwendig (oder wenigstens vertretbar) sind. (Sachliche Einwände gegen die Thesen derer, die beim Thema Lybienskrieg nicht Deiner Meinung sind, habe ich auch vermisst.)

        Worauf Du mit der ww2-Keule hinauswillst ist mir unklar -auffällig ist zweifelsohne Deine Wortwahl. Falls es dabei um Argumente à la “das soll man noch (schon) sagen dürfen” geht, oder die, die den Anspruch erheben, dass mit dem Umgang mit manchen Befindlichkeiten die Zeit schon vorbei ist, brauchen wir damit keine Zeit mehr zu verlieren.

        Diese Diskussion haben schon angesehenere und informiertere Leute vor uns geführt. Nicht so lange her z.B. mit dem Streit um die Sonntagsrede von Martin Walser, die als sehr gute Zusammenfassung in dem Buch von Robert Weninger “streitbare Lieteraten” zu lesen ist. (http://findarticles.com/p/articles/mi_7026/is_2_101/ai_n28345269/)

      • die kopierte passage habe ich dort aus den kommentaren genommen…das warauf ich da antworte ist was ich die ww2-keule nenne…

        zu libyen äußere ich mich hier nicht weil ich nicht glaube dass sich sowas in ner kommentar-subdiskussion zu nem eigtl. anderen thema (generelle ökonomische und finanzsystemische logik von krieg) angemessen machen kann…dazu gibt es ja eine vielzahl anderer diskussionsspots im netz wo man sich detailiert über diesen fall austauschen kann…das macht hier in dem rahmen einfach nicht wirklich sinn…

        ich weiss auch dass in dem artikel oben politische spähren von kriegerischen auseinanderstetzungen ausgeblendet werden. der artikel soll aber auch kein gesamtbild darstellen sondern eher ein puzzlestück, das oft ausser acht gelassen wird.

        in der diskussion beim freitag siehst du ja sogar dass ein marx-dogmatischer kommentator diese spähre komplett leugnen will und sie eingangs sogar als “bullshit” bezeichnet (natürlich auch mal wieder ziemlich argumentfrei)

  8. Ich stelle mich hier voll hinter Nicola und möchte mich bei ihr bedanken, dass sie diesen Aspekt – sich auf Henry Ford zu berufen – hier kritisiert hat. Ferner bin so commod, mich nicht von Dir schubladisieren zu lassen. Es gibt weitaus seriösere Kritiker*innen des Geldsystems, die auch keine Antisemiten/waren und sind, wie z.B. Paul Mattick. Und auch die Bücher von John Kenneth Galbraith sind durchaus lesenswert. Kennst Du seine Bücher, wie z.B. “Anatomie der Macht”? Interessant auch seine Debatte mit Stanislaw Menschikow, die im Pahl-Rubenstein-Verlag erschienen ist. Warum der Rekurs auf Ford? Warum machst Du das bzw. was treibt Dich an, dies zu tun? Willst Du damit provozieren? Wenn ja, schadest Du damit aber der Intention des Artikels und es ist wahrscheinlich der größte Widerspruch dieses Artikels: Du berufst Dich auf jemanden, der einen der größten Kriegsverbrecher der Weltgeschichte – nämlich A. Hitler – mit finanziert hat.

    • dann siehs doch mal als interessanten einblick in die denkweise eines menschen der teil dieses systems ist und von dieser scheisse pofitiert hat…da steht weder dass ich den inhalt des satzes toll finde noch den der ihn gesagt hat…der inhalt des satzes belegt einfach nochmal was vorher im artikel ausgeführt wird…aber solche sichtweisen blenden linksdogmatiker ja gerne aus, auf ihrer nie enden wollenden, aggresiv bis feindseligen jagd nach “gedankenverbrechen”; einer sich bis ins manisch-paranoiden steigernde jagd der sich stets auch der sachliche diskurs unterzuordnen hat… ;-) ..ups war das nun ne schublade? :-p

    • Danke Alinka. Mit den Thesen und Lebenswerk von John K. Galbraith kann ich mich viel besser anfreunden ;-) (Er war übrigens Mitglied des alliierten Strategic Bombing Command und kritisierte dabei, dass mit den Bombardierungen deutscher Städten der Krieg nicht verkürzt worden wäre.)

  9. Etwas verstörende Diskussion über Schubladendenken :-(
    Manchmal ist es einfacher, mal auf Zeitzeugen zu hören, wie die über Verfahren hin zu Kriegen sprechen:

    • Genau das finde ich interessant, auf Zeitzeugen zu hören. Zum Beispiel auf die unbewaffneten muslimischen Zivilisten in Srebrenica, die unter “Schutz” der friedfertigen niederlänschen UN-Soldaten standen, und die von der serbischen Armee masakriert wurden. Natürlich kann man die Zustände als Bürgerkrieg bezeichnen:

      • Es ist interessant wie hier argumentiert wird. Vorallem aber wie man mit Videos versucht, in denen die verschiedensten Interessen einiger weniger überhaupt nicht dargestellt werden können, zu überzeugen. Krieg besteht immer aus verschiedenen Interessen wie Macht, Geld, ethnische Säuberung usw. Bewegungen werden unterwandert und gelenkt. Ich bin davon überzeugt das, was den Balkankrieg angeht (im Kosovo) es keinen einzigen Menschen gibt, der die absolute Wahrheit vertreten kann. Im Endeffekt zählen NUR FAKTEN. Und diese Fakten belegt eben ein Zeitzeuge, hier ehm. Zeitsoldat im vorhergehenden Video, dies eindeutig. Nämlich das der Krieg schon längst vor dem eigentlichen handeln der NATO beschlossen war. Und wer immer noch nicht verstanden hat, dass es im Kapitalismus immer NUR ums Geld, um Profit geht, wird die Zusammenhänge der Welt nie verstehen. Es wird aus Habgier gemordet, gelogen und betrogen. Und um nix weiter ging es auch bei Hitler mit den Juden. Um mal die ww2-Keule wieder hervor zu kramen. Das beschämende daran ist, dass so viele Menschen da immer mitmachen. Sei es die Soldaten die töten oder die Beamten, die unter Hitler die Juden akribisch ausplünderten. Vorallem aber das die Überwiegende Mehrheit der Deutschen dies alle duldeten und im Prinzip mitmachten. Und warum alles dies? Sind Menschen überwiegend Nazis? Um es mal drastisch zu formulieren. Oder sind die meißten einfach nur abhängig vom Geld um zu überleben?

        Diese Diskussionen gegen den Artikel find ich völlig daneben. Weil unsachlich und polemisch. Man beschäftige sich mit dem Geldsystem und mit der menschlichen Natur! Und diese Antisemitismuskeule, die so manche immer mit der Kritik am Geldsystem und seinen Banken, vorallem Rothschild der eine Jude ist, ist sowas von lächerlich. Da kann ich auch keinen Linken ernst nehmen. Denn Rassismus war nicht nur unter Hitler weit verbreitet. Wobei Hitler am Anfang gar kein Antisemit gewesen sein soll. Hitler war auch nur ein “Spielzeug” der wirklichen wahren Strippenzieher. Rassismus gibt es nämlich überall auf der Welt. In Afrika wie in Asien, Amerika usw. Das hat was mit Intoleranz, Angst, vorallem Neid und Gerechtigkeit zu tun.

  10. ja jetzt ist eine “Keule” enstanden aus der einfachen frage, ob der krieg gegen hitler nun vertretbar gewesen ist oder nicht, nur weil man nicht angemessen, ohne sich zu “widersprechen” drauf antworten kann.

    man kann einfach nicht wissen, wieviele menschen getötet worden wären ohne die intervention der nato. ein anderes beispiel, nur damit die “2ww-keule” nicht als einziges beispiel da steht: hättest du eine intervention in ruanda ebenso abgelehnt nur weil eine intervention auch immer tote bedeutet?

    ich finde du machst es dir ein wenig zu einfach. nicht weil krieg an sich abzulehnen ist, dürfen wir uns zurücklehnen und sagen “ich bin halt gegen krieg” und dadurch indirekt den krieg gegen das “eigene” volk der diktatoren unterstützen. das ist eine bequeme und eigentlich sehr egoistische denkweise, die von leuten vertreten wird, die antiimperialistisch zu sein glauben, aber sich ansonsten kein deut um das empfinden der unterdrückten völker interessieren. natürlich ist eine militärische intervention nicht die lösung, natürlich ist es viel besser wenn die bevölkerung allein das regime loswird. aber was ist wenn man an einem punkt gelangt, wo die bevölkerung nicht mehr im stande ist dagegen anzukämpfen? sagt man alle im chor einfach “wir sind gegen den krieg” und wenden den blick einfach wieder ab?

    Die (westliche) linke hat die hilferufe der libyer komplett ignoriert und dann war sie gegen den militärischen eingriff weil die nato einfach böse ist (ist sie ja auch… und dann?). Da wurde die scheinhiligkeit der natostaaten von der scheinheiligkeit der linke meiner meinung nach absolut übertroffen.

    • Die “Hilferufe” der Lybier wurde gesteuert. Bürgerkriege werden inszeniert! Ist alles mit Fakten im Internet belegt! Die CIA inszeniert immer wieder Bewegungen um die Interessen einiger weniger durchzusetzen. Sind hier wirklich so einige Menschen nicht aufgeklärt?!

      In Lybien ging es NICHT um die Menschenrechte, sondern ganz einfach nur um Rohstoffe, Ressourcen, ums Öl. Da Gadaffi dem Westen abtrünnig geworden ist und sein Öl anderen verkaufen wollte.

      Ein Volk muß sich immer alleine befreien! Auch wenn es noch so viel Blutvergießen gibt. Das war schon bei der franz. Revolution so!

      Na ja, Propaganda seitens des Westens ist eben alles…nachdenken das andere.

      Warum ist den die Nato nicht in Syrien unterwegs?

      http://ein-besorgter-mensch.blogspot.de/2011/07/hintergrund-libyen-krieg-gold-dinar-vs.html

  11. Schwer zu sagen ob hier in den Kommentaren traditionelle linke Selbstzerfleischung oder rechte Trolle am Werk sind. Ist auch egal, weil beides fuehrt zum selben Ergebnis. WTF, Alinka & Nicola? Stellt mal die Schnappatmung ein oder geht zurueck in eure 60er Jahre Diskussionskueche. Euch ist schon klar, dass wir hier zum groessten Teil auf der selben Seite stehen, oder? Zumindest wenn’s ums Kriegsgeschaeft und das kaputte Irrsinnssystem geht. Die Vorstellungen ueber ein lebenswertes System gehen dann offenbar doch auseinander, aber darum geht’s ja hier nicht.

    Schoener Artikel, Babyshambler. :)

  12. Das ist nur ein Aspekt der Kriegsökonomie, aber leider stimmt es, dass Kriegsökonomien oft profitabler sind, als Frieden.

    Es gibt auch sehr gute Bücher zu diesem Thema, zum Beispiel von Harald Welzer (Klimakriege – Wofür im 21. Jahrhundert getötet wird) oder Herfried Münkler (Neue Kriege). Hier ist das Thema “Söldnerunternehmen” (Blackwater etc.) ebenso interessant, wenn man bedenkt, wie das Kriegsgeschäft in eine rechtliche Grauzone verlegt wird, die von der Öffentlichkeit selten bemerkt wird…

  13. Wer ernsthaft glaubt, die Nato hätte Libyen bombadiert, um die “Menschen” zu schützen, der glaubt auch, dass Zitronenfalter ….

    Wer Menschen retten will, der hat in dieser Welt wahrlich genug zu tun, wozu es keiner einzigen Kugel und Kanone bedarf.

    Solchen Menschen kann man nur eine Bombe aufs eigene Haus wünschen. Nicht, weil ich glaube, diese Menschen würden dadurch gescheit. Aber sie könnten ihren “Schmutz” nicht weiter verbreiten.

  14. Forschungsliteratur zur Kriegsforschung bestätigt in der Regel, dass Menschenrechte etc. als Vorwand dienen und dass jegliche Kriegshandlung auch wirtschaftliche Motive voraussetzt. Es wird also sehr wohl abgewägt, inwiefern eine Aktion “von Vorteil” sein kann… Wer keine Lust mehr hat, sich wie ein Verschwörungstheoretiker zu fühlen, sollte sich mit dieser Form von Literatur beschäftigen.

  15. Wer sich das Ettikett Verschwörungstheoretiker andichten läßt oder gar selbst verwendet, dem ist nicht zu helfen.

    15 Araber, die an einem Tag 4 Flugzeuge kapern und ins WTC sowie ins Pentagon steuern und dabei drei Wolkenkratzer zum Einsturz bringen, dass ist allerdings keine Verschwörungstheorie, sondern eine Geschichte aus Tausend und eine Nacht. Sie wird erst richtig schön, wenn man weis, dass die Abfangjäger der US Streitkräfte gerade eine Übung absolvierten, in der davon ausgegangen wurde, dass zwei Flugzeuge einen Angriff auf das WTC durchführen.

    Die Dummheit ist wahrlich schlimmer als die Bosheit – und ich bin bin wahrlich kein Fan von FJS.

  16. Nachdem ich ein wenig vom Thema abgewichen bin, tschuldigung.

    Der Artikel beihaltet viel richtiges, hat aber auch einige Verkürzungen. So wird der Iran seit dem Sturz des Schahs mit Sanktionen bedacht. Die aktuellen Sanktionen gehen über die bisherigen – ausgesessenen Sanktionen – allerdings erheblich hinaus. Das kann der Iran nicht einfach aussitzen, wie der Autor fälschlicher Weise sugeriert.

    Öl Boykott und der Ausschluss aus dem Geldsystem sind eine klare Kriegserklärung. Sanktionsdrohungen gegen Indien, Japan und Pakistan sprechen eine eindeutige Sprache.

    Nur haben die USA schon einmal geglaubt, sie könnten ein kleines Land einfach totbomben. Und sie mußten schmählich abziehen. Ok – mit einer Atombombe hätten sie es lösen können. Aber das wäre dann sehr wahrscheinlich mehr als das Ende des US Imperialismus!

    Öl von den Golf Staaten wird es dann lange nicht mehr geben. Legt schon einmal Vorräte an.

    Obama hat gerade ein Ermächtigungsgesetz unterschrieben. Sollten alle mal nachlesen – keine VT ;-)

    Und richtig ist selbstverständlich, dass die ganzen Kriege der USA von langer Hand vorbereitet werden und notwendig zum Machterhalt sind. Ein solches Geldsystem kann sich allerdings immer nur das mächtigste Land zu nutze machen. ;-)

  17. bei den einigen Kommentatoren paart sich hier Unwissen um die wahren Hintergründe der Weltkriege mit der starken Überzeugung der eigenen Intelligenz.

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